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Neue Studie zur sexuellen Gesundheit männlicher Jugendlicher
Dienstag, 05. August 2008
Österreichs Jugendliche sind gut über Sexualität und Verhütung informiert, besonders wenn sie aus bildungsnahen Schichten stammen und keinen Migrationshintergrund haben. Aber so groß auch das Wissen über Empfängnisverhütung und sexuelle Krankheiten ist: Die Umsetzung dieses Wissens in die Praxis funktioniert nur schlecht. ExpertInnen sprechen sogar von einem ausgeprägten Risikoverhalten der Teenager in sexuellen Belangen. So belegen Studien, dass männliche Jugendliche oft nur dann ein Kondom verwenden, wenn das Mädchen darauf besteht. Mädchen wiederum sehen die Verantwortung über die – korrekte – Anwendung des Kondoms bei den Jungen liegen. Folglich sind sexuell übertragbare Krankheiten wie Hepatitis, Syphilis und Gonorrhö stark im Steigen begriffen. Auch die Schwangerschaftsabbrüche bei jungen Mädchen nehmen zu.
Diese Situation nahmen sich die Autorinnen Schmied und Reidl zum Anlass, nach den Bedürfnissen von männlichen Jugendlichen verschiedener sozioökonomischer Hintergründe im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit zu fragen. Ziel der Untersuchung war herauszufinden, von welchen sexualpädagogischen Maßnahmen männliche Jugendliche am meisten profitieren und wie diese an die Zielgruppe angepasst werden können.
Die Autorinnen führten insgesamt 49 Interviews mit heterosexuellen Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren durch, wovon ca. die Hälfte der Interviewten einen Migrationshintergrund hatten.
Zusätzlich wurden auch ExpertInnen aus dem Jugendarbeitsbereich befragt. Diese berichteten von einem häufig eher technisch und leistungsorientierten Zugang männlicher Teenager zur Sexualität, einhergehend mit teilweise sehr traditionellen Vorstellungen von Männern und Frauen. Und wie viele andere bestätigt auch diese Studie den hohen Konsum der Jugendlichen von Pornographie, die vor allem über das Internet konsumiert wird.
Die Ergebnisse der Befragungen, die sich auf Einstellungen zu Geschlechterrollen, Sexualität und Partnerschaft sowie den Zugang und die Nutzung von Informationsquellen zur Sexualität konzentrierten, dienten als Grundlage für die Erarbeitung von Richtlinien für sexualpädagogische Burschenarbeit.
Die vorliegende Studie ist das Ergebnis des Forschungsprojektes „Gesundheitsförderung und Prävention im Bereich sexueller und reproduktiver Gesundheit: Entwicklungen von Strategien zur Förderung der Teilnahme männlicher Jugendlicher“ des Europäischen Zentrums für Wohlfahrtspolitik und Sozialforschung. Das Projekt wurde gefördert vom Fonds Gesundes Österreich, dem Bundesministerium für Soziale Sicherheit, Generationen und Konsumentenschutz, dem Magistrat der Stadt Wien, dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung sowie dem Amt der Tiroler Landesregierung.
Gabriele SCHMIED/ Christine REIDL, Männliche Jugendliche: Sexualität und Aufklärung, Eurpean Centre 2008.
Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie hier:
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