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3. Innovationspreis: Wiener Mammographie Screening Pilotprojekt ausgezeichnet
Mittwoch, 30. Juli 2008
Der Preis wird von der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (ÖGAM) und des Vereins Altern mit Zukunft, unterstützt von der „Ärzte Krone“ sowie den Firmen Pfizer und Servier, gesponsert und wurde im Rahmen des „4. Kongress für Allgemeinmedizin und Integrierte Gesundheitsversorgung“ am 30. Mai in Wien überreicht.
Umsetzung von EU-weiten Qualitätsstandards
Sowohl für die Organisation des Screenings als auch die Erstellung der Mammographien sind Qualitätsstandards von der EU definiert, die unter anderem die Doppelbefundung, das Assessment, die personelle Schulung, die Dokumentation, die technische Qualitätssicherung und die interdisziplinäre Zusammenarbeit regeln.
Das Wiener Pilotprojekt Mammographie-Screening im 15., 16. und 17. Bezirk zeigt, dass die Vorgaben in bestehenden Strukturen erfolgreich umgesetzt werden können.
Wichtiges Angebot
Die Bezirke Rudolfsheim-Fünfhaus, Ottakring und Hernals wurden aufgrund ihrer speziellen Bevölkerungsstruktur ausgewählt. Zielgruppe des bis Ende 2008 laufenden Pilotprojekts sind Frauen aus niedrigeren sozialen Schichten und Migrantinnen, die die kostenlose Mammographie erfahrungsgemäß selten in Anspruch nehmen. „Das Ziel, durch niederschwelligen Zugang mehr Frauen zur Mammographie zu bringen, wurde erreicht“, zeigt sich Maga Karin Eger, Abteilung Gesundheitspolitik und Prävention der Wiener Gebietskrankenkasse, mit dem Erfolg des Projektes zufrieden. So konnte die Teilnahmerate vor allem bei sozial Benachteiligten gegenüber dem Vorjahr beachtlich gesteigert werden.
Die Frauen folgen einer viersprachigen Einladung (deutsch, englisch, türkisch, serbisch/kroatisch/bosnisch), die bereits einen Terminvorschlag zur Untersuchung am wohnortnächsten der drei teilnehmenden Zentren enthält. Bei einer kostenlosen mehrsprachigen Hotline können zusätzliche Informationen eingeholt und der Termin gegebenenfalls verschoben werden. „Das Angebot wird von den Frauen sehr positiv aufgenommen“, freut sich die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, Univ. Profin Drin Beate Wimmer-Puchinger, „20% der teilnehmenden Frauen war durch unser Service zum ersten Mal in ihrem Leben bei einer Mammographie.“
Qualitätskriterien zu 100% erfüllt
An den drei eingebundenen Zentren – neben dem Hanusch-Krankenhaus nehmen noch zwei niedergelassene Radiologen/innen an dem Projekt teil – wurden die EU-Leitlinien zu 100% umgesetzt. Das gesamte Personal erwarb die nötigen Zusatzqualifikationen in international anerkannten Screeningzentren im europäischen Ausland und nahm an psychoonkologischen Kommunikationstrainings teil. Durch regelmäßige Kontrollen der Zentren wird die technische Qualität der Untersuchung sichergestellt.
Alle Mammographieaufnahmen werden von zwei Radiologen/innen unabhängig voneinander und verblindet doppelbefundet. Hinzu kommt zur Qualitätssicherung eine Drittbegutachtung durch einen international anerkannten Referenzbegutachter. Im Verdachtsfall erfolgt die Abklärung nach interdisziplinären Fallkonferenzen mit Biopsie in ausgewählten intramuralen Zentren, die in das Projekt eingegliedert sind. Zur Dokumentation werden die Prozess- und Befunddaten webbasiert pseudonymisiert erfasst.
Ausgezeichnete Kooperation
„Die Zusammenarbeit im Projekt, einer gemeinsamen Initiative der Stadt Wien, vertreten durch das Wiener Programm für Frauengesundheit, und der Wiener Gebietskrankenkasse ist ausgezeichnet“, stellt Univ. Profin Drin Wimmer-Puchinger fest und betont die gute Kooperation besonders mit der Wiener Ärztekammer.
Die Erkenntnisse aus dem Wiener Pilotprojekt können zukünftig für die geplante österreichweite Umsetzung der EU-Leitlinie genutzt werden. Auch in Wien sollen die Erkenntnisse des Pilotprojektes für eine flächendeckende Umsetzung herangezogen werden. „Hier liegt noch viel Arbeit vor uns“, meint Maga Eger. „Den ersten Schritt haben wir aber erfolgreich getan.“
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