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Internationale Konferenz zur Weiblichen Genitalverstümmelung in Wien
150 ExpertInnen informieren sich über den Umgang und Behandlung von betroffenen Frauen und Mädchen
Donnerstag, 02. Juli 2009
Univ. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Wiener Frauengesundheitsbeauftragte: „Durch Migration und Zuwanderung ist auch in Europa das Problem der weiblichen Genitalverstümmelung immer häufiger anzutreffen. Dem Wiener Programm für Frauengesundheit ist es ein Anliegen, hier aktiv und mit ganzer Kraft gegenzusteuern und internationale Standards mitzuentwickeln und in Österreich eine Spitzenversorgung in diesem Bereich zu etablieren.“
Als Vortragende und WorkshopleiterInnen konnten die OrganisatorInnen mit Hilfe der International Organization for Migration in Österreich IOM nationale und internationale ExpertInnen gewinnen, die über die Erfahrungen in der medizinischen Betreuung und Prävention von FGM in den verschiedenen EU-Ländern berichten werden. Tausende von FGM betroffene Frauen leben in Österreich, viele davon in Wien. Sie leiden unter einer der grausamsten Formen der Gewalt. Diese Brutalität muss beendet werden und dazu ist Aufklärungsarbeit nötig", erklärten Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely und die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Univ. Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger gemeinsam.
Im Rahmen der Konferenz wurden neue Präventionsansätze vorgestellt, damit Mädchen in Zukunft dieses Schicksal erspart bleibt. Darunter wurde auch der Nationale Aktionsplan gegen FGM präsentiert. Weitere zentrale Themen der Konferenz waren die Betreuung in Gynäkologie und Geburtshilfe, Möglichkeiten der Rekonstruktiven Chirurgie, der Umgang mit FGM als psychischem Trauma. Die Konferenz hatte sich zum Ziel gesetzt, einen Wissensaustausch unter ExpertInnen im Gesundheitswesen zu ermöglichen.
Das Ausmaß von Genitalverstümmelung weltweit
Weibliche Genitalverstümmelung gehört weltweit leider noch immer nicht der Vergangenheit an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) versteht unter Female Genital Mutilation "alle Verfahren, welche die teilweise oder vollständige Entfernung der äußeren Genitalien zum Ziel haben, sei es aus kulturellen oder anderen nichttherapeutischen Gründen". 155 Millionen Frauen haben diesen grausamen Eingriff in ihrer Kindheit erleiden müssen und man geht davon aus, dass täglich weitere 7000 Mädchen – vor allem in afrikanischen Ländern - Opfer dieses "Rituals" werden. Auch in Österreich leben Schätzungen zufolge etwa 8.000 betroffene Frauen.
Lebenslange Folgen von FGM
Betroffenen Mädchen und Frauen leiden häufig ihr Leben lang unter den schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen der Verstümmelung ihrer Genitalien. Diese Folgen reichen von sexuellen Funktionsstörungen, häufigen Infektionen, Komplikationen bei Geburten bis hin zu schweren, lebenslangen psychischen Traumen.
Fotos von der Veranstaltung
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