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In Wien wird konsequent gegen Genitalverstümmelung gehandelt

Täglich werden weltweit 8000 Mädchen genital beschnitten

Donnerstag, 18. Februar 2010

Im Rahmen einer Pressekonferenz zum „Internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM)“am 6. Februar wurden Aktivitäten des Wiener Programms für Frauengesundheit und des Bundes gegen FGM präsentiert. Weltweit schätzt man 150 Millionen Opfer, vor allem in West- und Nordostafrika. Durch Migration sind auch europäische Länder betroffen, in Österreich vermutlich 6.000 bis 8.000 Mädchen und Frauen.


FGMDie meisten der weltweit 150 Millionen Opfer von Genitalverstümmelung („Female Genital Mutilation“) leben in West- und Nordostafrika, doch durch Migration mittlerweile auch in asiatischen Ländern sowie in Nordamerika und Europa. In Österreich sind vermutlich 6.000 bis 8.000 Mädchen und Frauen betroffen und es wird einiges getan, damit es in Zukunft nicht mehr werden, versicherten die Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek, die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Profin Drin Wimmer-Puchinger, SPÖ-Abgeordnete Petra Bayr, und die Kinderärztin Drin Nesrin Sayed-Ahmed.

Bayr, Initiatorin der österreichischen Plattform gegen Genitalverstümmelung, nannte erfolgreiche Kooperationen mit dem österreichischen UN-Menschenrechtsbeauftragten Manfred Nowak, mit Gesundheitsminister Alois Stöger und NGO´s.

End FGM: Amnesty International gemeinsam mit EU aktiv

Österreich beteiligt sich zudem an einer internationalen Initiative mit Amnesty International. Die Präsentation der europäischen Kampagne gegen FGM am 18. Februar Palais Epstein war der Startschuss der Amnesty Internationen-Europakampagne End FGM. Diese EU-Kampagne sieht neben dem Sammeln von Daten über FGM auf EU-Ebene vor allem präventive Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung für Mädchen und Frauen vor. Download Infobroschüre

Wien ist aktiv gegen FGM

Das Wiener Programm für Frauengesundheit, das FGM-Prävention für die Stadt Wien umsetzt, baut auf Information und Bewusstseinsbildung sowie auf Vernetzung von ExpertInnen und Weiterbildung.

Bereits 2009 wurde vom Wiener Programm für Frauengesundheit mehrere Aktivitäten zu FGM initiiert. Gemeinsam mit der MedUniWien wurde die internationale Fachtagung „Weibliche Verstümmelung (FGM): State of the Art der medizinischen Behandlung und Prävention“ abgehalten, die von rund 140 TeilnehmerInnen aus dem In- und Ausland besucht wurde und mit namhaften internationalen FGM-ExpertInnen als ReferentInnen besetzt war.

Ebenso wurde an allen gynäkologischen, geburtshilflichen und pädiatrischen Abteilungen des Wiener Krankenanstaltenverbundes eine Fortbildung zu FMG durchgeführt, um zur Sensibilisierung in Gesundheitsberufen beizutragen. Weiters wurde unter der Schirmherrschaft und Mitarbeit des Wiener Programms für Frauengesundheit ein ExpertInnen-Think Tank gegründet, an dem Ärztekammer Wien, die MAG11, MA10 und MA57 gemeinsam Begleitmaßnahmen planen.

Zusätzlich findet ab Frühjahr 2010 an allen Städtischen Kindergärten in Wien Fortbildungen zu FGM statt.

FGM-Beratung im Frauengesundheitszentrum FEM Süd

Beratung für Frauen, die von FGM betroffen sind, gibt es im Frauengesundheitszentrum FEM Süd im Kaiser Franz Josef Spital, Sozialmedizinisches Zentrum Süd, Kundratstraße 3, 1100 Wien. Tel. 50 191-5201. Die Beratungsstelle ist Montag 9-14 Uhr, Dienstag bis Donnerstag 9-17 Uhr und Freitag von 9-12 Uhr geöffnet.

Wenn auch Sie sich engagieren möchten, können Sie die Österreichische Plattform gegen weibliche Genitalverstümmelung mit Ihrer Unterschrift unterstützen: www.stopFGM.net

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