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Schön schaurig

Ausstellung zeigt angenehm ungenierte Körperobjekte

Dienstag, 16. März 2010

Den eigenen Körper, insbesonders das Genitale unbefangen zu betrachten, fällt vielen Frauen und Mädchen schwer. Ab Freitag, den 19. März, bietet ihnen die Ausstellung „schönschaurig“ – Irrgärten durch den menschlichen Körper“ in der Galerie Kro Art contemporary Unterstützung.


schoenschaurigDie Objekte der Künstlerin Ina Loitzl laden ein, sich dem eigenen Körper unbeschwert anzunähern. Mit verschiedenen Stoffen, Plastikfolien, Wolle, Fransen und Reissverschlüssen, Materialien in sämtlichen Rot-Rosa-Orange-Tönen versteht es die Künstlerin, Körperdetails wie Schamlippen, Gebärmutter, Eileiter so verblüffend und schön darzustellen, dass frau einfach genau hinschauen muss. Die Objekte wirken in ihrer ästhetischen Gestaltung selbstbewusst und schelmisch sind aber seriös aufgebaut wie medizinische Demonstrationsstücke.

Neben Information und Aufklärung, wie sie das Wiener Programm für Frauengesundheit bietet, ermöglicht es die Kunst, auf den eigenen Körper bezogene Scham- und Minderwertigkeitsgefühle sanft aufzulösen, die von ganz anderen Bildwelten genährt werden. So liegt etwa ein Hauptgrund für den Trend zu Genitaloperationen in der Tatsache, dass es jenseits der Pornografie und ihren Imitationen in der Populärkultur keine Abbildungen des weiblichen Genitales gibt. Frauen und Mädchen, die pornografische Darstellungen für bare Münze nehmen, bekommen das Gefühl, nicht „normal gebaut“ zu sein und neigen dazu, Eingriffe vornehmen zu lassen, die aus medizinischen Gründen nicht indiziert sind.

Ina Loitzl lädt Frauen mit ihrer Arbeit dazu ein, sich so anzunehmen wie sie sind und sich dem Druck von gesellschaftlichen Schönheitsnormen nicht zu unterwerfen. Selbstakzeptanz und das Hören auf die eigene innere Stimme sollen vor der Entscheidung für einen „gemachten“ Körper bewahren.

Im Rahmenprogramm der Ausstellung präsentiert die Soziologin und Künstlerin Christina Lammer am Freitag, den 9. April, um 19 Uhr ihren Videovortrag: „CORPOrealities – Körperforschung an der Schnittstelle von Kunst und Medizin“.

Am Freitag, den 16. April, 19 Uhr liest die Schauspielerin Beatrice Küninger aus dem Roman „Corpus Delicti“ von Juli Zeh, in dem sich die Schriftstellerin das spannende Science-Fiction-Szenario einer Gesundheitsdiktatur im Jahr 2057 entwirft.


„schönschaurig“ – Irrgärten durch den menschlichen Körper
Eröffnung am Freitag, den 19. März 2010 um 19 Uhr
Die Ausstellung läuft bis 30. April.

Dienstag – Freitag 14 bis 19 Uhr und nach Vereinbarung
Kro Art contemporary
Getreidemarkt 15, 1060 Wien

Telefon: (+43) 676/503 05 32

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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