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Unverständnis bei UN-MitarbeiterInnen über westliche Intimchirurgie

Vienna Service Office veranstaltete Hospitality-Afternoon im Gebäude der UNO

Mittwoch, 21. April 2010

Das Wiener Programm für Frauengesundheit stellte sich am 14. April im Rahmen eines Hospitality-Afternoon des Vienna Service Office, den UNO-MitarbeiterInnen vor. Präsentiert wurden aktuelle Projekte, wie die Initiative „S-O-ESS – gegen ungesunde Körperideale“. Weiters wurde über eine ganze Reihe von Themen, von Brustkrebs bis Intimchirurgie informiert.


Hospitality_afternoon_kleinEntsetzen und Unverständnis
Besonders letzteres Thema regte zu heftigen Diskussionen an: „Viele afrikanische UNO-Mitarbeiterinnen, die uns besuchten, waren entsetzt über die westliche Intimchirurgie“, berichtet Mag.a Yvonne Pehn vom Wiener Programm für Frauengesundheit, die den Stand des Wiener Frauengesundheitsprogramms gemeinsam mit ihrer Kollegin Claudia Führer betreute. „Diesen Frauen ist es ein großes Anliegen, die Genitalverstümmelung in ihren Ländern abzuschaffen“, so Pehn weiter: „Sie können nicht verstehen, wie sich westliche Frauen freiwillig ihre Genitalien operieren lassen können.“

Große Betroffenheit
Auch über das Thema „Essstörungen“ wurde viel diskutiert. „Besonders die Solidaritätsschleife „No body is perfect“„Viele BesucherInnen wollten wissen, wofür die Schleife steht“, sagte Claudia Führer. „Als wir dann über ungesunde Körperideale aufklärten, fühlten sich die Frauen nicht nur angesprochen, sondern durchaus auch selbst betroffen.“ Nach einer Erklärung stellten viele Frauen fest, dass sie das auch beträfe.“ Und nicht wenige Frauen, die den Hospitality-Afternoon besuchten, gaben an, sich selbst für übergewichtig zu halten, was – wie Claudia Führer angibt, bei den meisten gar nicht der Fall war. Dies unterstreicht aber auch die Wichtigkeit von Programmen wie „S-O-Ess – Initiative gegen ungesunde Körperideale“, des Wiener Programms für Frauengesundheit. „Wir wollen die Öffentlichkeit für dieses Thema sensibilisieren“, stellt die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger fest: „Nur so können wir langfristig eine Veränderung erreichen.“

Ständige Einrichtung
Das Vienna Service Office (VSO) im Gebäude der Vereinten Nationen in Wien ist eine Serviceeinrichtung der Stadt Wien für alle UN-MitarbeiterInnen, deren Familien und für die MitarbeiterInnen der ständigen VertreterInnen der Länder bei den Vereinten Nationen. Zweimal jährlich lädt das VSO zu einem Hospitality-Nachmittag ein. Jedes Mal wird eine andere Dienststelle der Stadt Wien um eine Präsentation ihrer Aktivitäten gebeten. Diesmal wurde das Wiener Frauengesundheitsprogramm von Amtsrätin Martina Hudecsek von der Magistratsdirektion Auslandsbeziehungen, zur Präsentation seiner Projekte eingeladen.

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