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Gesundheit, Gleichheit, Nachhaltigkeit!

Unter diesem Motto stand der 20. Weltkongress für Gesundheitsförderung im Juli in Genf.

Dienstag, 03. August 2010

Wie kann in einer globalisierten Welt ein gesundes und nachhaltiges Leben geführt werden? Wie können Ungerechtigkeiten – und damit Gesundheitsunterschiede - zwischen sozialen Gruppen gestoppt, und wie kann die Solidarität zwischen den Menschen wieder verbessert werden? Diesen Fragen wurde im Rahmen des Weltkongresses für Gesundheitsförderung, der von 11. bis 15. Juli in Genf/Schweiz stattfand, nachgegangen.


GesundGleichNachhaltigAlle drei Jahre findet die Weltkonferenz der International Union of Health Promotion and Education (IUHPE) statt. Sie zählt zu den wichtigsten Konferenzen im Bereich Gesundheitsförderung weltweit. Rund 2.200 TeilnehmerInnen aus 123 Ländern diskutierten von 11. bis 15. Juli aktuelle Fragen zur Gesundheitsförderung und Gesundheitserziehung. Heuer fand die Konferenz zum 20. Mal statt. Austragungsort war Genf in der Schweiz. Im Mittelpunkt standen die Themen Gesundheit und Nachhaltigkeit. Das Themenspektrum reichte von Gesundheitsförderung in Städten, über die besonderen Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen bis hin zu reproduktiver Gesundheit und Genitalverstümmelung.


Herausforderungen für die Welt

Eröffnet wurde der Kongress von der Regionaldirektorin der Weltgesundheitsorganisation für Europa, Dr.in Zsuzsanna Jakab. Sie sprach unter anderem über die Herausforderungen, vor denen die Weltgemeinschaft im Zusammenhang mit Veränderungen des Klimas, des sozialen Gefüges, der fortschreitenden Urbanisierung (seit 2009 ist der Anteil der in Städten lebenden Weltbevölkerung größer als der ländlichen Bevölkerung) und der immer geringer werdenden Ressourcen der Gesundheitssysteme stünden.

Prof.in Dr.in Ilona Kickbusch, Direktorin des Global Health Programme at the Graduate Institute of International and Development Studies in Genf, sprach in ihrem Plenarvortrag zu den Einflussfaktoren des Lebensmittelsystems auf nachhaltige Gesundheit und Umweltpolitik. „Das weltweite Lebensmittelsystem ist in seiner derzeitigen Form  nicht auf Nachhaltigkeit ausgerichtet.“ Kickbusch zitierte das US-Center for Strategic and international Studies (CSIS), das die globale Lebensmittelkrise als eine dreifache Bedrohung bezeichnete: als moralische und humanitäre Bedrohung, als Bedrohung für Entwicklungsarbeit und eine strategische Bedrohung und fordert, dass Ernährung und Lebensmittelproduktion auf die TOP-10-Liste der globalen Agenda der Regierungen gesetzt werden soll.


Begeisterte Zustimmung

Wiens Frauengesundheitsbeauftragte Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger war mit den Themen „Sexualaufklärung“ und „Genitalverstümmelung“ auf dem Kongress vertreten. Sie stellte außerdem den Aufklärungsfilm „Sex, we can!“ vor, der vom Wiener Programm für Frauengesundheit gemeinsam mit dem Wiener Bildungsserver ICE  in Auftrag gegeben wurde und vom Fonds Gesundes Österreich mitfinanziert wurde. „Zur Vorführung kamen etwa 40 TeilnehmerInnen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz“, berichtet Beate Wimmer-Puchinger: „Die Begeisterung der BesucherInnen für den Film war groß.“ Auch TeilnehmerInnen aus Asien waren an einer englischsprachigen Übersetzung interessiert.

Mag.a Michaela Langer, stellvertretende Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit, sprach in ihrem Vortrag über die Maßnahmen zur Prävention von postpartalen Depressionen und perinatalen Krisen in Wien. „In der Diskussion mit den TeilnehmerInnen zeigte sich, dass das Thema Depression in der Schwangerschaft und nach der Geburt nicht nur in den Industrienationen ein Problem ist, sondern auch in Afrika und Asien zunehmend an Aufmerksamkeit gewinnt“, freut sich Langer über die positive Resonanz und über das Interesse an den Aktivitäten des Wiener Programms für Frauengesundheit.


Gelerntes Umsetzen

Auch die Veranstaltung selbst leistete einen Beitrag für gesunde Ernährung und nachhaltige Umweltpolitik. So gab es neben einem Fleisch-reduzierten Catering zur Minimierung des CO2-Ausstoßes durch die CO2-intensiven Produktionsbedingungen für Fleisch viel lokales Obst und Gemüse zur freien Entnahme während der gesamten Konferenz und kostenlos zur Verfügung gestellte Fahrräder, mit denen die KonferenzteilnehmerInnen umwelt- und ressourcenschonend unterwegs sein konnten.

„Die inspirierenden Einsichten, die wir im Rahmen der Konferenz gewinnen konnten, werden uns dabei helfen, das Gelernte in unserer täglichen Arbeit anzuwenden“, sagte der Präsident der IUHPE, Michael Sparks am Ende der Tagung. 2013 wird sich zeigen, in welcher Form die gewonnenen Erkenntnisse umgesetzt werden konnten. Denn da findet die nächste Weltkonferenz der IUHPE in Thailand statt.


Webcasts der Plenar-Vorträge:  http://www.klewel.com/page-iuhpe-conference-2010

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