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Geschlechtsspezifische Sicht in der Medizin stärken

Internationale Fachtagung zu Gender Medicine in Wien

Dienstag, 16. November 2010

Die Medizin ist immer noch mehrheitlich männerorientiert und männerdominiert. Das ist eine Tatsache, die die internationale Fachtagung "Gender Medicine – von der Theorie zur Praxis" deutlich vor Augen führte. Gleichzeitig wurde die Medizin aus geschlechtsspezifischer Sicht beleuchtet.


Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely, Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Univ.Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, Vizerektorin der Medizinischen Universität Wien, Univ.Prof.in Dr.in Karin Gutierrez-Lobos, Univ.Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer  - Fotocredit: Alexandrea Kromus/PIDRund 150 Expertinnen und Experten aus unterschiedlichen Gesundheitsberufen haben im Wiener Rathaus Vorträge zum State of the Art der Gender Medicine in Deutschland, der Schweiz und Österreich besucht. "Mir ist es wichtig, dass ein verstärktes Augenmerk auf die biologischen und soziokulturellen Unterschiede von Frauen und Männern gelegt wird und hier von der Forschung ausgehend Ärztinnen und Ärzte in vielen Bereichen zu Gender Medicine sensibilisiert werden. Das ist ein wichtiger Schritt zu einer durch geschlechtsspezifische Medizin verbesserten Gesundheitsversorgung der Wienerinnen und Wiener", erklärte Gesundheitsstadträtin Mag.a Sonja Wehsely anlässlich der Tagungseröffnung.


Die Fachtagung wurde gemeinsam von der Wiener Frauengesundheitsbeauftragten Univ.Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger, der Vizerektorin der Medizinischen Universität Wien, Univ.Prof.in Dr.in Karin Gutierrez-Lobos, und Univ.Prof.in Dr.in Alexandra Kautzky-Willer organisiert. Ziel der interdisziplinären Tagung war es, einen Querschnitt von Gender Medicine in Forschung und Praxis darzustellen und durch anschauliche Beispiele zur verdeutlichen. Damit wurde die Brücke von der Forschung zur Gesundheitsversorgung geschlagen.


Im Rahmen der Tagung wurden unter anderem Forschungsergebnisse in der gesundheitlichen Situation und Versorgung von Männern und Frauen im Alter präsentiert. Auch über die Unterschiede bei Suchterkrankungen und deren Behandlung sowie bei Diabetes wurde berichtet. Die Gesundheitsökonomie wurde auf Genderunterschiede durchforstet sowie unterschiedliche Reaktionsweisen von Männern und Frauen auf Medikationen aufgezeigt. Denn viele Medikamente werden immer noch nur an Männern erprobt. Damit ergibt sich ein Ungleichgewicht in Diagnostik und Therapie zu Ungunsten der Frauen. Diese Konferenz gab einen aktuellen Überblick über den Stand der Gender Medicine und führte anschauliche Beispiele für Differenzen bei Frauen und Männern an.


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