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Gefährdete Art: Mädchen und Frauen, die ihren Körper lieben
Susie Orbach setzt sich für Veränderung der weiblichen Körperwahrnehmung ein
Montag, 28. Februar 2011
Freitag, 29. Oktober 2010
Mehr als 5.000 Mädchen und Frauen befragte die britische Zeitschrift Grazia kürzlich zur Wahrnehmung ihres eigenen Aussehens. Die Ergebnisse sind auf der Website der Initiative „Endangered species Women“ (übersetzt etwa „Frauen – eine gefährdete Art) nachzulesen, und sie sind niederschmetternd: 48 Prozent der Befragten gaben an, ihren Körper chirurgisch „verschönern“ lassen zu wollen. Lediglich zwei Prozent der Mädchen und Frauen sagten, sie seien mit ihrem Erscheinungsbild zufrieden. Sieben von zehn befragten Frauen und Mädchen zeigten sich davon überzeugt, dass ihr Leben viel schöner wäre, wenn sie einen „schönen“ Körper hätten.
Alles ist machbar
„Perfekte Körper und Gesichter scheinen mittlerweile für jede und jeden machbar zu sein“, sagt die Psychotherapeutin Susie Orbach in ihrem neuen Buch „Bodies – Schlachtfelder der Schönheit“. Dies führt zu einer völlig verzerrten Körperwahrnehmung, die vor allem junge Mädchen dazu bringt, sogenannte schönheitschirurgische Eingriffe vornehmen zu lassen.
Die Initiative „Endangered species Women“ will den von den Medien vorgegebenen unerreichbaren „Schönheitsidealen“ ein anderes, gesundes und vielfältiges Körperbild entgegen setzen. Am 4. März startet in New York, London und Madrid eine internationale Kampagne. Ein Kongress, der sich mit den vielfältigen Aspekten von Körperbild und Schönheit auseinandersetzt, steht am Beginn dieser Kampagne.
Gegen ein normiertes Körperbild
Für die Kampagne „Endangered species Women“ haben sich The Women`s Therapy Centre Institute aus New York und die Non-Profit-Organisation „Anybody“ der bekannten feministischen Psychoanalytikerin Susie Orbach zusammengeschlossen, um dem medial propagierten Bild der dünnen, „perfekt schönen“ Frau ein realistisches Bild der Vielfältigkeit und Schönheit von Frauen entgegen zu setzen.
„Anybody“ ist eine Non-Profit-Organisation, die von Susie Orbach ins Leben gerufen wurde und PsychotherapeutInnen, VertreterInnen von Medien, der Modeindustrie, ForscherInnen und KünstlerInnen unter einem Dach versammelt. Gemeinsam wollen Sie das medial und von der Industrie vorgegebene Körperbild, das Frauen extrem unter Druck setzt, verändern.
Was ist schön?
Wie notwendig eine solche Initiative ist, zeigt ein kurzer, aber umso erschreckenderer Film, der auf der britischen Website von Endangered species Women anzusehen ist. Zu sehen sind fünf junge Mädchen, denen zuerst folgende Frage gestellt wird: Was magst du an deinem Körper? Die Antwort ist: Schweigen – keinem der Mädchen fällt irgend etwas Positives zu ihrer körperlichen Erscheinung ein. Die zweite Frage lautet: Was missfällt dir an deinem Körper? Und die Antwort? Jede einzelne der hübschen jungen Frauen beginnt eine endlose Aufzählung vermeintlicher körperlicher Defizite. Hier können Sie den bestürzenden Kurzfilm ansehen: http://www.endangeredspecieswomen.org.uk/videos/
Internationale Initiative
„Das Phänomen „Körper, Schönheit, Markt und Wirtschaft“ lässt sich nur in einem gemeinsamen internationalen Verbund angehen“, sagt die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte, Univ.-Profin. Drin. Beate Wimmer-Puchinger in einer Reaktion auf das Projekt „Endangered species Women“. „Das Wiener Programm für Frauengesundheit beteiligt sich mit großer Freude an dieser Initiative.“ Im Rahmen des Kongresses am 4. März, der den Beginn der Kampagne „Endangered species Women“ einleitet wird das Wiener Programm für Frauengesundheit seine Initiative „S-O-Ess: Gemeinsam gegen ungesunde Körperideale“ vorstellen.
Mehr zu dieser Initiative finden Sie unter
www.endangeredspecieswomen.org (Website aus New York)
www.endangeredspecieswomen.org.uk (Website aus London)
www.s-o-ess.at/
Initiative S-O-Ess: Gemeinsam gegen ungesunde Körperideale
Bücher von Susie Orbach:
„Bodies: Schlachtfelder der Schönheit“ – 2010
„Lob des Essens“ – 2003
„Anti-Diätbuch. Über die Psychologie der Dickleibigkeit, die Ursachen von Eßsucht“ - 1979
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