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Frauenpower lässt sich nicht entfernen!

„FEMICA“ unterstützt Frauen vor und nach Gebärmutter- und Eierstockentfernung

Donnerstag, 14. April 2011

Hysterektomie und Ovarektomie (Gebärmutter- bzw. Eierstockentfernung) sind Eingriffe, die bei Patientinnen, ohne psychologische Betreuung, negative Auswirkungen auf das weibliche Selbstverständnis nach sich ziehen können. Die Selbsthilfegruppe „FEMICA“ stellt Frauen vor und nach derartigen Eingriffen eine Informations- und Vernetzungsplattform bereit.


WienerProgrammFrauengesundheit „Glücklicherweise hat sich die Zahl der in Österreich vorgenommen Gebärmutter- bzw. Eierstockentfernungen in den vergangenen Jahren stark verringert. Trotzdem dürfen die Betroffenen, in Anbetracht der körperlichen und seelischen Langzeitfolgen, nicht unbeachtet bleiben!“ so die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger. „FEMICA“ bietet als erste Selbsthilfegruppe für Frauen vor und nach der Entfernung von Gebärmutter und Eierstöcken, umfassende Informationen und Raum für den Erfahrungs- und Gedankenaustausch.

 

 

 Medizinischer Background
Die häufigsten Gründe für die Entfernung der Gebärmutter sind außerordentlich starke, schmerzhafte und lange andauernde Menstruationsblutungen. In vielen Fällen werden diese unphysiologischen Blutungen durch Myome, also gutartige Geschwulste in der Gebärmutterwand hervorgerufen oder haben ihre Ursache in einer Erkrankung, bei der Gebärmutterschleimhaut auch außerhalb der Gebärmutter zu finden ist. Da die Regelblutung durch zyklische Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut gesteuert wird, kann es in Folge dieses Gebärmutterschleimhautüberschusses zu besonders starken, schmerzhaften Blutungen kommen. Diesen Zustand empfinden die meisten betroffenen Frauen sehr belastend. Nicht zuletzt weil ein derartig großer Blutverlust fast immer mit einer kräfteraubenden Blutarmut einhergeht. Um den Patientinnen die psychische Belastung einer Gebärmutterentfernung zu ersparen, werden in der modernen Gynäkologie, wenn möglich, andere organerhaltende Maßnahmen einer Hysterektomie oder Ovarektomie vorgezogen.

Organerhaltende Behandlung
Bei den oben genannten Erkrankungen können medikamentöse, chirurgische oder neuere Therapien wie die Embolisation bzw. der fokussierte Ultraschall zum Einsatz kommen. Medikamentös kann manchmal auf östrogenmodulierende Hormonpräparate zurückgegriffen werden, die bei Myomen einen Wachstumsstopp oder sogar eine Rückbildung bewirken. Auch die Hormonspirale oder eine verlängerte Einnahme der Antibabypille kann diese Effekte erzielen. Zum Erhalt der Gebärmutter wird in einigen Fällen auch versucht die gutartigen Geschwulste oder den Gebärmutterüberschuss „auszuschälen“. Eine andere Methode ist, die Blutzufuhr der Geschwulste zu vermindern oder zu stoppen, wobei die Gebärmutter nicht gefährdet wird. Für diese beiden chirurgischen Verfahren sollte die Familienplanung bereits abgeschlossen sein.

Kein Grund zur Verzweiflung
Welche Behandlungsmethode die Günstigste und Erfolgversprechendste ist, muss in jedem Fall nach einer umfassenden Untersuchung zusammen mit der Gynäkologin/dem Gynäkologen individuell festgelegt werden. Ist die Hysterektomie unumgänglich, kann eine begleitende Östrogenersatztherapie den Hormonmangel weitgehend kompensieren. Dennoch empfinden sich viele Frauen nach diesem Eingriff als unvollkommen und leiden sehr unter dem vermeintlichen Verlust ihrer Weiblichkeit. Um Sorgen, Ängste und Selbstzweifel gar nicht erst Fuß fassen zu lassen, ist es besonders wichtig, vor und nach der Operation psychologische Beratung in Anspruch zu nehmen. Kompetente psychologische Betreuung ist in diesem Fall ebenso wichtig, wie die hormonelle Nachsorge und essentiell für die Wahrung eines gesunden, weiblichen Selbstverständnisses. Darüber hinaus hilft der Erfahrungs- und Gedankenaustausch mit den betroffenen Mitgliedern von „FEMICA“, Verständnis und Rat zu finden. Die Frauen von „FEMICA“ haben es sich zum Ziel gesetzt umfassend aufzuklären und Betroffene zu vernetzen, damit keine Frau dieser Operation und den eventuellen psychischen Folgen alleine gegenüber steht.

Weiterführende Informationen und Hilfe finden Sie unter:

www.femica.at

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