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Neues Gesetz regelt Schönheits-OP´s

Ab 1.1.2013 treten strengere Richtlinien für ästhetische Eingriffe in Kraft

Freitag, 22. Juni 2012

Der Gesundheitsausschuss des Nationalrats hat am 20. Juni 2012 den Gesetzesentwurf zu Schönheitsoperationen genehmigt. Der Gesetzgeber trägt damit dem dringenden Bedarf nach strengen Richtlinien in dieser medizinischen Grauzone Rechnung. Ab 1.1.2013 sind Schönheitsoperationen an unter 16-Jährigen ohne medizinische Notwendigkeit verboten. Das Gesetz regelt weiters die Werbung für ästhetische Eingriffe sowie die Qualifikationen, die MedizinerInnen zu ästhetischen Eingriffen berechtigen.


NOBodySchleife_kleinVor allem der Schutz der Jugendlichen ist dem Gesetzgeber ein wichtiges Anliegen. Schönheitsoperationen dürfen bei unter 16-Jährigen nicht durchgeführt werden, außer es gibt eine medizinische Indikation wie für die Behandlung von weit abstehenden Ohren oder plastischen Operationen nach Unfällen. Für die Gruppe der 16-18Jährigen sind als Schutzmaßnahme vorab eine psychologische Beratung sowie eine Wartefrist zwischen Beratung und Einwilligung vorgesehen.  Zudem können unter 18Jährige bis eine Woche vor dem Eingriff kostenfrei von diesem zurücktreten.

Die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Univ.-Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger begrüßt diese neuen Bestimmungen sehr: “Ein seit langer Hand wichtiges  Anliegen des Wiener Programms für Frauengesundheit wird hier in richtige und notwendige Rahmenbedingungen gegossen. Das Gesetz ist ein Meilenstein in der Qualitätssicherung und für den KonsumentInnen- und PatientInnenschutz. Rein ästhetisch motivierte Eingriffe an Minderjährigen sind sehr vorsichtig zu handhaben. Ist doch die Pubertät mit den damit verbundenen körperlichen Veränderungen eine sehr verletzliche Zeit! Hier mit ästhetischen Eingriffen verfrüht einzugreifen, kann die wichtige und notwendige psychische Anpassungsleistung abbrechen! Außerdem haben wir durch die präoperativ verpflichtende psychologische Betreuung der unter 18Jährigen  die Chance, medial verzerrte Schönheitsideale richtig zu stellen bzw. den tatsächlichen Beweggründen für diese Operationen, die meistens ausschließlich psychotherapeutisch und nicht chirurgisch nachhaltig heilbar sind, auf den Grund zu gehen.“

Die Bestimmungen im Überblick

  • Besonderer Jugendschutz:
Neben dem generellen Verbot von ästhetischen Operationen an unter 16-Jährigen ohne medizinische Indikation, enthält der neue Gesetzestext strenge Bestimmungen für die Gruppe der 16-18Jährigen. Für unter 16-Jährige ist die Durchführung von Eingriffen ohne medizinische Indikation auf Grund der damit verbundenen Gefahren für den noch im Wachstum begriffenen Körper verboten. Schönheitsoperationen dürfen bei 16-bis 18-Jährigen nur durchgeführt werden, wenn eine psychologische Beratung erfolgte. Die Einwilligung durch die Erziehungsberechtigten und die Einwilligung durch die Patientin oder den Patienten muss vorliegen. Eine ästhetische Operation soll nur durchgeführt werden dürfen, wenn die Patientin oder der Patient die Einwilligung nachweislich dazu erteilt hat. Eine Frist von mindestens zwei Wochen zwischen ärztlicher Aufklärung und der Einwilligung ist einzuhalten. Die Behandlung oder Operation darf erst 4 Wochen nach der erfolgten Einwilligung stattfinden.
  • Strenge Werbebeschränkungen:
Verschärfte Werbebeschränkungen zum Schutz der Patientinnen und Patienten und ein Provisionsverbot sollen eingeführt werden. Vor allem die Werbung durch Werbevorträge oder Preisausschreiben soll verboten werden. Im Vergleich zur Realität technisch veränderte Fotografien sind künftig als solche zu kennzeichnen.
  • Verbesserte Qualität:
Schönheitsoperationen dürfen nur noch durch einschlägig ausgebildetes Personal durchgeführt werden: Qualifikation als Fachärztin oder Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie oder eine andere Facharztqualifikation entsprechend der jeweiligen Sonderfachbeschränkung, aber auch Ärztinnen und Ärzte für Allgemeinmedizin, sofern sie gleichwertige Kompetenzen und Ausbildungen nachweisen können.
Ein verpflichtender Operationspass soll die Qualitätskontrolle gewährleisten. Sämtliche an einer Person vorgenommenen ästhetischen Operationen einschließlich der Aufklärungs- und Beratungsgespräche werden darin dokumentiert.
Auch eine Kostenaufstellung über den Eingriff muss im Beratungsgespräch gegeben werden, um den finanziellen Aufwand für die KundInnen abschätzbar zu machen.
  • Verbot irreführender Bezeichnungen:
Zusätzlich zur entsprechend der Facharztausbildung erworbenen Berufsbezeichnung (zb. Facharzt für HNO oder Facharzt f. plast., ästhet. und rekonstruktive Chirurgie) dürfen von Ärztinnen und Ärzten im Zusammenhang mit dem Anbieten von Schönheitsoperationen nur mehr die Begriffe „Ästhetische Chirurgie“ oder „Ästhetische Medizin“ verwendet werden. Bezeichnungen wie "Beauty-Doc" oder Ähnliches sind künftig nicht erlaubt.
  • Verwaltungsstraftatbestand:
Verstöße gegen die Anordnungen und Verbote, die von den behandelnden Ärztinnen oder Ärzten zu befolgen sind, sollen als Verwaltungsstraftatbestand geregelt werden.


„Der neue Gesetzestext ist unbestritten eine wichtige Stütze für die Bestrebungen des Wiener Programms für Frauengesundheit. Denn Schönheitsoperationen sind immer mit körperlichen Risiken verbunden. Außerdem werden ästhetische Eingriffe oft als Lösung für psychische Probleme dargestellt. Doch das kann wissenschaftlich nicht bestätigt werden. Im Gegenteil: Neueste Studien zeigen, dass schon vor dem Eingriff bestehende psychische Probleme wie Depressionen, Angststörungen, Essprobleme, körperdysmorphe Störungen, Suizidversuche, selbstverletzendes Verhalten oder Drogenkonsum verstärkt werden! Hier wünschen wir uns eine genaue psychologische Abklärung bei allen, die einen ästhetischen Eingriff machen lassen wollen und Schulungen für ästhetische ChirurgInnen!“, so die stellvertretende Leiterin des Wiener Programms für Frauengesundheit, Mag.a Michaela Langer.

Details: http://www.bmgf.gv.at/home/Startseite/aktuelle_Meldungen/Strengere_Regeln_fuer_Schoenheitsoperationen

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