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Migrantinnen

Überblick

Wien ist mit seinen vielen verschiedenen Nationalitäten eine multikulturelle, multiethnische und multireligiöse Stadt. 18% der Wiener Wohnbevölkerung haben eine ausländische Staatsbürgerschaft, davon sind 48,1% Frauen. Mindestens ein Viertel der Wiener/-innen haben einen Migrationshintergrund. Sprachbarrieren und unzureichende Kenntnisse über die Funktionsweise des österreichischen Gesundheitssystems erschweren vielen Migrantinnen und Migranten den Zugang zu Leistungsangeboten.

 

Verschiedene Untersuchungen im Bereich Migration und Gesundheit belegen für Migrantinnen im Vergleich zu einheimischen Frauen sowohl ungünstigere Schwangerschaftsverläufe, bzw. Perinataldaten, als auch eine schlechtere Versorgung im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit. Der Zugang zu präventiven und gesundheitsfördernden Angeboten im Gesundheitsbereich ist für die Migrationsbevölkerung aufgrund mehrerer Faktoren erschwert. Zwei der Hauptfaktoren sind die Informationsdefizite der Migrantinnen und eine unzureichende migrationsspezifische Sensibilisierung der Fachleute im Gesundheitssystem.

 

Auch die Gründe für eine Migration, ob freiwillig, notwendig, oder erzwungen beeinflussen die Erfahrungen und den sozialen Status und damit gesundheitliches Wohlbefinden und Bedürfnisse. Häufig gehören Migrantinnen zu den einkommensschwächsten Gruppen und erfahren massive Sprach- und Kommunikationsbarrieren, was auf ihr Wohlbefinden einen starken Einfluss hat (Mohammadzadeh 1998).
 
Weitere Details dazu im pdf-Dokument Migrantinnen.pdf.

Zur psychosozialen Betreuung von Migrant/innen

Die muttersprachliche Begleitung und Unterstützung von Migrant/innen im Gesundheitsbereich allgemein sowie deren psychosoziale Versorgung ist lückenhaft. Aufgrund von sprachlichen Barrieren durch fehlende muttersprachliche Angebote besteht unter den Migrant/innen ein Informationsdefizit über vorhandene psychosoziale Leistungsangebote, was zu einer geringeren Inanspruchnahme dieser Angebote führt.
Die Sorge um in der Heimat zurückgebliebene Familienangehörige, Identifikationsprobleme sowie der Integrationsdruck sind mitunter Faktoren, die zu psychosozialem Stress bei Migrant/innen führen können.

Weibliche Migrantinnen haben noch schlechtere Lebensbedingungen als männliche Einwanderer. Migrantinnen leiden unter negativen Stereotypen, etwa als Opfer, Exotin, “rückständige” Frau oder islamistische Fundamentalistin. (vgl. Österr. Migrations- und Integrationsbericht 2003)

 

Migrantinnen haben ein erhöhtes psychisches und körperliches Gesundheitsrisiko aufgrund Dreifachbelastung:

 

  • Rechtliche und soziale Diskriminierung als Minoritätsangehörige
  • Berufliche Benachteiligung: aufgrund mangelnder Berufsausbildung sind sie auf unattraktive und unsichere Arbeitsplätze angewiesen
  • Geschlechtsspezifische Ungleichheiten in Familie und Beruf.
Weitere Details dazu im pdf-Dokument Migrantinnen.pdf.

Barrieren im Zugang zu Gesundheitswissen und -system:

  • Soziale Schichtzugehörigkeit beeinflusst Gesundheitswissen und Kompetenz (niedriger Bildungslevel, Analphabetismus etc.)
  • Anderer, kulturell beeinflusster Wortschatz über und Umgang mit Gesundheit, Körper, Befindlichkeit und Sexualität
  • Muttersprachliche Informationsmaterialien sind noch nicht Standard
  • Mangel an Dolmetschdiensten im Gesundheitsbereich 
Weitere Details dazu im pdf-Dokument Migrantinnen.pdf.

 

Spezielle Bedürfnisse von Frauen mit Migrationshintergrund:

  • Stärkere Thematisierung der Einstellung zu Migrantinnen in Krankenhäusern und bei medizinischen Fachgesellschaften; Prioritäten sind im Bereich der psychosozialen und reproduktiven Gesundheit zu setzen und ebenso in den bereichen Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Adipositas.
  • Intensivere Unterstützung für von Gewalt betroffene Migrantinnen und Asylantinnen.
  • Bedarfsanalyse im Bereich der Basis-Gesundheitsberichterstattung und gesundheitswissenschaftlichen Forschung (Österr. Frauengesundheitsbericht, 2005).

 

Zukünftige Prioritäten und Empfehlungen im Hinblick auf die Gesundheitsförderung von MigrantInnen:

  1. Erstellung einer umfassenden Gesundheitsdatenbank zwecks besserer Vernetzung
  2. Flächendeckende, muttersprachliche psychologische Therapie auf Krankenschein
  3. Einsatz von “migrationsgeschultem” und sensibilisiertem Gesundheitspersonal
  4. “Diversity mainstreaming” im Gesundheitsbudget, in dem auch die Bedürfnisse der Migrant/innen berücksichtigt werden
  5. Aufbau eines Unterstützungsnetzes (geschulte Dolmetscher/innen, mehrsprachige Infomaterialien, etc.)
  6. Bewusstseinsarbeit in Schulen (Jugendzentren) mit dem Ziel der gelebten Interkulturalität
  7. Aufwertung von “Psychosoziologie” in der Medizin
  8. Aufwertung und Anerkennung der Arbeit von NGOs, die sie im Bereich der Migration und Gesundheit leisten

Grundlegend für die Verbesserung der gesundheitlichen Versorgung von Migrant/innen ist:

  • Anerkennung ihrer Ressourcen
  • Explizites Einbeziehen ihrer Migrationserfahrung
  • Sensibilisierung der in der Gesundheitsversorgung tätigen Personen für die Bedürfnisse von Migrantinnen
  • Förderung ihrer Partizipation in der Konzepterstellung und Implementierung von gesundheitlichen Einrichtungen und ihre Repräsentation in allen Gesundheitsberufen

Was macht das Wiener Programm für Frauengesundheit für Migrantinnen in Wien?

  • Initiierung des Frauengesundheitszentrums FEM Süd mit Schwerpunkt für Migrantinnen
  • Türkischsprachiges Service bei der Vorsorgeuntersuchung der Stadt Wien
  • Brustkrebsfrüherkennungsprogramm in türkisch, serbisch, kroatisch
  • Muttersprachliche Inforeihe zum Thema Brustkrebs
  • Muttersprachliche Vorträge und Infoangebote bei den Frauengesundheitstagen
  • Beratungsstelle für FGM
  • Handbuch für nicht-deutschsprachige PatientInnen: “Gesundsein in Wien”
  • Schulungen für Spitalspersonal
  • Muttersprachliche Infofolder und -veranstaltungen zu:
    • Brustkrebs
    • Hepatitis B
    • Kontrazeption
    • Wechseljahre
    • Herz-Kreislauf
    • Gesundheitsvorsorge und Arztbesuch
  • Ko-Finanzierung eines Ernährungs- und Bewegungsprojekts für Migrantinnen
 
Wir danken für die fachkundige Durchsicht Frau Mag. Hilde Wolf (Leiterin F.E.M. Süd Frauengesundheitszentrum im KFJ)
 
Details
Ausführliche Informationen zu diesem Thema bietet das Dokument “Migrantinnen.pdf”, das Sie hier als pdf-File downloaden können.  

Information, Rat und Hilfe

Gesundheit:

 

Ansätze eines frauenspezifischen Zugangs zu Frauengesundheit auf internationaler Ebene

Auch international gelten als Hauptproblem die sprachlichen Barrieren, daher sollte verstärkt eine mehrsprachige Gesundheitsaufklärung stattfinden.
Eine wichtige Rolle spielt die Überwindung von Diskriminierung und Unkenntnis der kulturellen Backgrounds von Seiten des Krankenhauspersonals gegenüber MigrantInnen. Daher gelten international die Empfehlungen, einer kultursensiblen oder diversity-sensiblen Aus- und Fortbildung in Deutschland. 
Vorhandene Angebote umfassen vor allem die Beratung, Behandlung und Betreuung mit Dolmetscherinnen bei Fragen im Zusammenhang mit Familienplanung, Verhütung, Schwangerschaft, Geburt und sexuelle Gewalt.
Aber auch Früherkennungsmaßnahmen für Brustkrebs und Gebärmutterkrebs müssen für Migrantinnen zugänglich gemacht werden.

Ausgewählte Beispiele

Im Rahmen der Initiative Interkulturelles Gesundheitsnetzwerk Berlin werden ein Gemeindedolmetschdienst aufgebaut und ein internetgestützter Gesundheitswegweiser für MigrantInnen erarbeitet.
Ein übergeordnetes Ziel des Projektes “Gesundheitsförderung für MigrantInnen” der pro familia Bonn ist es, MigrantInnen über Angebote im psychosozialen Bereich und über konkrete Inhalte aus dem Themenfeld der sexuellen Gesundheit zu informieren, damit sie auf Basis dieses Wissens selbstbestimmte Entscheidungen treffen können.
Das deutsche IHS-Projekt verfolgt das Ziel, MigrantInnen durch verschiedene Angebote einen Zugang zum Suchthilfesystem zu ermöglichen.

Die schweizerische Koordinationsstelle für reproduktive Gesundheit bei Migrantinnen bietet Angebote rund um Schwangerschaft, Geburt und Mutterschaft, die in der jeweiligen Muttersprache durchgeführt werden.

 

Weiters bietet die Universitäts-Frauenklinik Basel Beratung, Behandlung und Betreuung mit Dolmetscherinnen bei Fragen im Zusammenhang mit Familienplanung, Verhütung, Schwangerschaft, Geburt und sexueller Gewalt.

 

Amerikanische Initiativen zur Gesundheitsversorgung von Migrantinnen umfassen vor allem Informationsmaterialien, Fortbildung für Gesundheitsexperten und Zugang zu Krankenversicherung.
Kanada legt seinen Schwerpunkt besonders auf Brustkrebsfrüherkennungs-aktivitäten für chinesich, indo-kanadisch, koreanisch und arabisch-sprachige Gemeinschaften und auf eine Gesundheitsklinik auf Rädern, die in Gemeinden fährt, wo MigrantInnen leben und arbeiten, um ihnen Gesundheitsaufklärung und klinische Leistungen zugänglich zu machen.
In Australien richtet sich das “Family Support Project” an die Bedürfnisse von Frauen und Kindern aus Migrantenfamilien in Form von Individualfürsorge, persönlichen und telefonischen Sitzungen und Spielgruppen.
 

Deutschland:

 

 

Schweiz:

 

 

England:

 

USA:

 

 

Kanada:

 

 

Australien:

 

Neuseeland:

 

 

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