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Postpartale Depression (= Depression nach der Geburt)

Überblick

Ein Kind zu bekommen gehört für viele Frauen zu den beglückendsten Ereignissen ihres Lebens. Es gibt jedoch auch Umstände, die diese Freude und diese Zeit der „guten Hoffnung” trüben können. Frauen brauchen während der Schwangerschaft Zuwendung, Verständnis und eine gewisse Zuversicht, „dass schon alles gut gehen wird”. Nicht alle Frauen genießen die nötige Geborgenheit und Sicherheit. Wenn Sie sich unglücklich, niedergeschlagen oder verzagt fühlen, so ist es vielleicht tröstlich für Sie zu erfahren, dass es rund einem Drittel aller Frauen ebenso ergeht.

Nach der Geburt...

Wenn das Baby schließlich auf der Welt ist, läuft nicht alles gleich wieder so wie vor der Schwangerschaft. Oft dauert es noch einige Zeit, bis sich der Körper und die Seele auf diesen neuen Lebensabschnitt eingestellt haben.

Jede Mutter will eine perfekte Mutter sein und alles richtig machen. Jedoch gibt es dafür kein Patentrezept und unrealistische Erwartungen an das Muttersein verunsichert viele Mütter.

Mögliche Psychische Veränderungen rund um Schwangerschaft und Geburt:

  • Der Baby Blues (auch Heultage genannt) ist die am häufigste und leichteste Form der Wochenbettreaktion und tritt schon in den ersten Tagen nach der Geburt auf. Rund 75% der Frauen sind von ihr betroffen. Obwohl der Baby Blues mit teils sehr heftigen Gefühlen einhergeht, geht er rasch vorbei. Zeichen dafür sind: Weinen ohne wirklichen Grund, Angstgefühle und Ungeduld.
  • Die postpartale Depression betrifft fast jede sechste Frau und unterscheidet sich grundlegend vom Baby Blues. Eine Behandlung ist spätestens dann angebracht, wenn man nicht mehr mit dem Alltag zurechtkommt. Gedanken und Gefühle wie „Ich bin so müde und kann dennoch nicht schlafen", „Ich habe Angst mein Baby zu verletzen", „Alles wird mir zu viel” etc. können darauf hindeuten. Körperliche Anzeichen sind Herzrasen und Herzschmerzen, Abwechselnde Hitze- und Kältegefühle, Schwindel und Zittern. Das „Heimtückische” an der postpartalen Depression ist, dass sie bis zu einem Jahr nach der Geburt auftreten kann und deshalb oft unbehandelt bleibt, weil der Zusammenhang zwischen Krankheit und Auslöser meist nicht mehr erkannt wird.

Quelle: „...eigentlich sollte ich glücklich sein...” - Ein Ratgeber für Mütter sowie deren Partner und Angehörige, Wiener Programm für Frauengesundheit, 2004

 

Weitere Details dazu im pdf-Dokument PPD

Formen der Postpartalen Depression

Bei der Postpartalen Depression unterscheidet man drei Schweregrade:

  • Leichte postpartale Depression (Minor Depression)
  • Schwere postpartale Depression (Major Depression) 

    Diese beiden betreffen gemeinsam 10-15% der Frauen.

  • Puerperale Psychose – sie betrifft rund 1-2 Promille der Frauen.

Leichte postpartale Depression

Symptome sind emotionale Instabilität, Weinerlichkeit, Unglücklichsein und Angst. Erstmaliges Auftreten der Erkrankung geschieht meist in den ersten drei Monaten, eher später nach der Geburt oder während der Schwangerschaft.


Ursachen und Risikofaktoren:

  • Schlechte Elternerfahrung in der Kindheit
  • Vorhergegangener Schwangerschaftsabbruch oder Fehlgeburt
  • Spitalsaufnahme im dritten Schwangerschaftsdrittel
  • Lebensereignisse in zeitlichem Rahmen um die Geburt
  • Früherer Kontakt mit Sozialarbeitern
  • Ungewollte Schwangerschaft
  • Opfer von sexuellem Missbrauch/häuslicher Gewalt

Quelle: Klier, 2004 

Schwere postpartale Depression

Symptome sind eine schwerere und länger andauernde depressive Verstimmung, die mit Veränderung im Denken, körperlichen Symptomen der Depression und Veränderungen der Psychomotorik einhergeht.


Ursachen und Risikofaktoren:

  • Vorhergehende Schwangerschaftsverluste wie Fehlgeburten oder Todgeburten
  • Kinderwunschproblematik und belastende Behandlungen
  • Negative Lebensereignisse rund um die Geburt
  • Hormonelle Faktoren (es gibt keinen Hinweis darauf, dass der Hormonstatus dieser Frauen verändert ist, möglicherweise reagieren aber einige besonders sensibel auf die Veränderungen in der Schwangerschaft und rund um die Geburt)
  • Partnerschaftsprobleme/Mangel an sozialer Unterstützung
  • Soziale Isolation
  • Sexueller Missbrauch in der Vorgeschichte
  • Niedriges Selbstwertgefühl

Quelle: Klier, 2004 

Puerperale oder Postpartum-Psychose


Früher wurde der Ausdruck „Stillpsychose” verwendet, dieser sollte jedoch vermieden werden, da die Erkrankung in keinem Zusammenhang mit dem Stillen steht. Symptome dieser Erkrankung sind Wahnvorstellungen, Halluzinationen und eine beeinträchtigte Wahrnehmung der Realität.

 

Ursachen und Risikofaktoren:

Der wichtigste Risikofaktor ist eine vorhergehende schwere psychische Erkrankung.


Oft wird die postpartale Depression nicht richtig erkannt. Die Beschwerden der erkrankten Frauen werden weder von den Frauen selbst, noch im Familien- und Freundeskreis als Krankheitssymptome erkannt. Sogar den behandelnden ÄrztInnen bleibt das Vorliegen der Erkrankung oft verborgen. Kinder depressiver Mütter können bis ins Schul- und Jugendalter eine höhere Rate an psychopathologischen Auffälligkeiten zeigen.

Weitere Details dazu im pdf-Dokument PPD.


Wie kann man vorbeugen? – Tipps für Mütter

  • Sprechen Sie über alles, was Sie belastet und was Ihnen Sorgen bereitet.
  • Überlegen Sie, wie ein neues Baby Ihr Leben verändern wird und besprechen Sie die neue Situation mit Ihrem Partner (oder einer vertrauten Person)
  • Reihen Sie Ihre Prioritäten neu – die Gelegenheit ist günstig!
  • Planen Sie für die Zeit nach der Geburt zusätzliche Unterstützung ein und organisieren Sie diese rechtzeitig.
  • Versuchen Sie, während der Schwangerschaft und in den ersten Monaten nach der Geburt so wenige Lebensveränderungen wie möglich vorzunehmen (Arbeitsplatzwechsel, Umzug, etc.).
  • Nutzen Sie die Möglichkeit regelmäßiger Gesundenuntersuchungen.
  • Binden Sie Ihren Partner in die Betreuung des Babys mit ein.
  • Versuchen Sie sich auch tagsüber Ruhepausen zu nehmen (etwa wenn das Baby schläft).
  • Sorgen Sie dafür, dass Sie auch Zeit für sich selbst haben (ein Buch lesen, Freunde treffen, ein entspannendes Bad nehmen, etc.).
  • Finden Sie einen Babysitter zu dem Sie Vertrauen haben, damit Sie auch mit Ihrem Partner gemeinsame Zeit verbringen können. Denn: Sie sind nicht nur Eltern, sondern auch Mann und Frau.
  • Geben Sie sich Zeit, um sich an die veränderte Situation zu gewöhnen.
  • Vertrauen Sie darauf, dass sich alles besser bewältigen lässt, wenn Sie sich in Ihre neue Rolle eingelebt haben.
  • Bleiben Sie mit Ihrem Baby nicht allein. Schließen Sie Kontakte zu anderen Müttern und tauschen Sie Erfahrungen aus.
  • Genießen Sie die schönen Momente mit Ihrem Baby – auch wenn es scheint, dass es davon nur sehr wenige gibt.
  • Behalten Sie Ihren Sinn für Humor!

Wann man Hilfe suchen sollte


Seelische Krankheiten wie eine postpartale Depression kann man oft nicht alleine bewältigen. Der erste und zugleich schwerste Schritt aus der Krankheit heraus ist, um Hilfe zu bitten oder angebotene Hilfe anzunehmen. Nehmen Sie doch als Einstieg wieder Kontakt mit FreundInnen oder Gruppen auf, die Sie schon vor der Geburt Ihres Kindes kannten.


Es ist wichtig:

  • Dass Sie sich nicht verstecken, wenn es Ihnen nicht gut geht.
  • Sich zu akzeptieren, auch wenn Sie deprimiert, angespannt, zornig oder verwirrt sind.
  • Sich Hilfe zu suchen, wenn Sie Hilfe brauchen.

Eine postpartale Depression ist kein unabänderbarer Schicksalsschlag, sondern eine behandelbare Krankheit mit hohen Heilungschancen. 

Quelle: „...eigentlich sollte ich glücklich sein...” - Ein Ratgeber für Mütter sowie deren Partner und Angehörige, Wiener Programm für Frauengesundheit, 2004

 

Wo man Hilfe finden kann

  • Selbsthilfegruppen
  • Psychologische Beratung
  • Psychotherapie
  • Medikamente
  • Aufnahme in ein Krankenhaus oder eine Mutter-Kind-Station
     

Details

Ausführlichere Informationen zu diesem Thema bietet das Dokument „PPD”, das Sie hier als pdf-File downloaden können.

 

Unsere Broschüre zum Thema Post Partale Depression können Sie als pdf-Datei hier herunterladen: „...eigentlich sollte ich glücklich sein...” – Ein Ratgeber für Mütter sowie deren Partner und Angehörige oder Sie bestellen die Broschüre telefonisch unter 01/05 05 379-100 oder unter Kontakt.

 

Kontaktstellen

Siehe Post Partale Depression – Wichtige Adressen


Aktuelle Projekte des Wiener Programms für Frauengesundheit zum Thema Postpartale Depression:

  • Broschüre „...eigentlich sollte ich glücklich sein...” – Ein Ratgeber für Mütter, die sich (stark) belastet fühlen sowie für deren Partner und Angehörige
  • Broschüre „Mutterglück – glückliche Mutter?” – Postpartale Depression – Wichtige Adressen.
  • Schulung-Fortbildungsmappe


Um das durch das Projekt erarbeitete Know-How sicherzustellen, wurde eine Fortbildungsmappe zusammengestellt, in der die wichtigsten Inhalte zum Thema berufsgruppenspezifisch (Hebammen, SozialarbeiterInnen, ÄrztInnen, PsychiaterInnen) aufbereitet sind.

Ansätze eines frauenspezifischen Zugangs zu Frauengesundheit auf internationaler Ebene

 

Deutschland:

 

Australien:

 

 

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