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fem vital 2008: Gesundheit braucht Chancengleichheit
Utl.: Wiener Frauengesundheitstage mit Schwerpunktthemen: Ältere Frauen - Epidemie Adipositas - Wien bietet Unterstützung
Wien (RK). Bereits zum neunten Mal finden am kommenden Wochenende, dem 15. und 16. November im Rathaus die Wiener Frauengesundheitstage fem vital statt. Frauen- und Integrationsstadträtin Sandra Frauenberger und die Wiener Frauengesundheitsbeauftragte Prof.in Dr.in Beate Wimmer-Puchinger präsentierten heute, Donnerstag, das vielfältige Programm der Wiener Frauengesundheitstage 2008. Bei freiem Eintritt wird Frauen aller Altersgruppen wieder ein umfangreiches Programm zu gesundheitsspezifischen Frauenthemen geboten. Dabei wird neben der Gender-Sensibilität auch ganz besonders auf die sozialen Komponenten von Gesundheit und Krankheit geachtet. "Gesundheit hat nicht nur ein Geschlecht, Gesundheit braucht auch Chancengleichheit. Deshalb sind in Wien auch Frauen- und Gesundheitspolitik eng miteinander verknüpft", unterstrich Frauenstadträtin Sandra Frauenberger und betont weiter: "Die Arbeits- und Lebensbedingungen von Frauen sind ein wichtiger Teil unseres Gesundheitsverständnisses. Sind sie auf diesen Ebenen Benachteiligungen ausgesetzt, wirkt sich das auch negativ auf ihren Gesundheitsstatus aus. Beseitigen wir hier die Ungleichheiten, ist das ein wichtiger gesundheitsfördernder Schritt."****
"Die Wiener Frauengesundheitstage, sind ein besonders sichtbares und von tausenden Frauen begeistert aufgenommenes Projekt. Mit zahlreichen maßgeschneiderten Gesundheitsangeboten für Frauen hat die Stadt Wien hier eine Erfolgsgeschichte etabliert", betont Gesundheits- und Sozialstadträtin Mag.a Sonja Wehsely.
Ein weiterer Themenschwerpunkt der fem vital 2008 ist Frauen ab 45 gewidmet: Schließlich sind knapp 350.000 Bewohnerinnen der Bundeshauptstadt 45 Jahre oder älter. An ihrem Beispiel wird besonders deutlich, wie sehr Gesundheit nicht nur eine medizinische, sondern auch eine soziale Dimension hat, ist Frauenstadträtin Sandra Frauenberger überzeugt. "Gesundheit wird auch durch die Arbeits- und Lebensbedingungen der Frauen geprägt. Und diese sind häufig von Vorurteilen und Belastungen geprägt." Doch für Frauen jenseits der 50 ist diese häufig nicht Realität: 46 Prozent der Wienerinnen zwischen 45 und 65, so zeigte die repräsentative Befragung "Wiener Frauenbarometer 2007", berichten, dass ältere Frauen von ArbeitgeberInnen anders behandelt werden als jüngere. Mehr als die Hälfte der Befragten sind der Meinung, dass ihre Altersgruppe in den Medien nicht adäquat dargestellt wird. Dazu kommen ökonomische Sorgen, zum Beispiel die unzureichende Pensionsabsicherung aufgrund von langen Kinderbetreuungszeiten. Auf viele Frauen, die sich der Pensionierung nähern, warten auch vielfältige Hilfsaufgaben, zum Beispiel die Betreuung der Enkelkinder oder pflegebedürftiger Angehöriger. Rund 20 Prozent der Wienerinnen zwischen 45 und 65 haben laut Frauenbarometer eine Pflegeverpflichtung. "Es ist hoch an der Zeit, dass das Bild von Frauen über 50 mit den gesellschaftlichen Veränderungen mitzieht und ein Umdenken, eine Sensibilisierung und ein Sichtbarmachen stattfindet. 50 plus muss zum positiv besetzten Thema werden. Und Frauen über 50 sind keine homogene Gruppe", so Stadträtin Frauenberger. "Wir müssen Klischees und Vorurteile zurechtrücken, wie wir das zuletzt unter anderem mit unserer Kampagne 'Frauen über 50 können alles sein' initiiert haben." Um den vielschichtigen Interessen und Problemlagen dieser Zielgruppe gerecht zu werden, stellt die Stadt Wien eine breite Palette an maßgeschneiderten Angeboten zur Verfügung. So gibt es etwa konkrete Betreuung und Unterstützung für den Wiedereinstieg in den Beruf oder berufliche Neuorientierung im Rahmen des waff (Wiener ArbeitnehmerInnen Förderungsfonds). Auch das abz*austria hat spezielle Angebote für diese Zielgruppe rund um Arbeitsmarkt und Jobs entwickelt. Einen Überblick über spezielle Beratungsangebote für ältere Frauen bietet eine eigene Broschüre; im Rahmen des Wiener Frauentelefons 408 70 66 gibt es einen eigenen Beratungsschwerpunkt für ältere Frauen.
Beim Thema Übergewicht und Adipositas (krankhafter Fettleibigkeit) werden die sozialen Einflussfaktoren auf die Gesundheit besonders deutlich. Adipositas ist das weltweit am schnellsten wachsende Gesundheitsrisiko. Die WHO warnt bereits vor einer regelrechten Adipositas-Epidemie in Europa. Ein Drittel der erwachsenen Österreicherinnen sind übergewichtig, 13 Prozent der Frauen sind krankhaft fettleibig, also adipös mit einem Body-Mass- Index von 30 und darüber. Zum Vergleich: Bei den Männern fallen mit 9,1 Prozent deutlich weniger in diese gesundheitsgefährdende Gewichtskategorie. Besonders alarmierend: Bereits im Kindesalter zeigt sich immer häufiger der Trend zum großen Bauchumfang. 23 Prozent der Wiener Mädchen sind bereits übergewichtig - bei den Burschen sind es etwas weniger. "Zahlreiche Studien zeigen, dass Übergewicht und Adipositas am stärksten Menschen aus sozial benachteiligten Gruppen betreffen. Frauen mit Pflichtschulabschluss ohne Lehre haben die höchste Adipositas- Rate, Frauen mit Universitätsabschluss die niedrigste. Arbeiterinnen sind viel häufiger betroffen als andere Berufsgruppen", weist Wehsely auf den Zusammenhang von Bildung, Einkommen und Gesundheit hin. Auch bei Kindern und Jugendlichen zeigen sich, große Gewichtsunterschiede: Während 30 Prozent der HauptschülerInnen schon Übergewicht mit sich herumtragen, ist das nur bei knapp 17 Prozent der GymnasiastInnen der Fall.
Die Wiener Frauengesundheitspolitik hält ein breites Spektrum an Angeboten bereit, die auf die speziellen Bedürfnisse sozial benachteiligter Frauen eingehen - besonders auch im Bereich Adipositas-Bekämpfung. So läuft etwa seit dem Vorjahr das Projekt "Ernährung, die bewegt - für Mutter und Kind", das vom Wiener Programm für Frauengesundheit finanziert und vom Frauengesundheitszentrum FEM konzipiert und organisiert wird. Das Programm legt nicht nur besonderes Augenmerk auf die steigende Zahl übergewichtiger Kinder sondern auch auf die speziellen Probleme des weiblichen Übergewichts: Schließlich lassen gesellschaftliche Ideale und Körpernormen Frauen viel stärker unter ihrer Körperfülle leiden als Männer. In den Kursen für Mütter und Kinder, die 16 Wochen dauern, werden eine grundlegende Umstellung der Ernährung und mehr Bewegung ebenso trainiert wie das eigene Selbstwertgefühl. Und das mit Erfolg: Die Teilnehmerinnen der bereits abgeschlossenen Kurse erreichten im Durchschnitt eine Gewichtsreduktion von mehr als sechs Kilo in 16 Wochen und konnten diese auch halten. Auch die eigene körperliche Attraktivität wurde von den Teilnehmerinnen nach den Kursen deutlich besser bewertet. Eine Broschüre mit den besten Tipps aus dem Programm kann beim Frauengesundheitszentrum FEM unter der Telefonnummer 01-47615-5771 kostenlos bestellt werden.
An stark übergewichtige Mädchen und Frauen wendet sich das erst kürzlich gestartete Projekt "Nach Herzenslust - leichter leben" im Frauengesundheitszentrum FEM Süd. Die insgesamt zwölf Kurse zielen auf eine langfristige Gewichtsreduktion, eine grundsätzliche Umstellung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens sowie auf bessere Strategien zur Stressbewältigung ab, wobei neben medizinischer auch psychologische Begleitung angeboten wird. Darüber hinaus werden MultiplikatorInnen in Gesundheitsberufen und andere Schlüsselpersonen zum Thema Interkulturalität und Essen geschult. Die Nachfrage ist sehr hoch. Bis dato nahmen an dem noch ein Jahr laufenden Kursprogramm bisher 16o Frauen und Mädchen teil. Diese Angebote schließen an die Erfahrungen des regionalen Herz-Kreislauf-Programms "Nach Herzenslust - Favoritner Frauen leben gesund" an. Die Bewegungs- und Ernährungsprogramme sowie Kochworkshops wurden über 10.000 Mal in Anspruch genommen und bewirkten eine Gewichtabnahme von durchschnittlich drei Kilogramm sowie eine Steigerung des Wohlbefindens.
Übergewichtige Kinder und Jugendliche werden in vielen Fällen auch übergewichtige Erwachsene. Deshalb setzt die Adipositas- Prävention schon in der Schule und im Kindergarten an, etwa mit dem Projekt "Gesund essen an Wiener Schulen. Gescheite Jause - Coole Pause". Das Projekt wird an rund 20 Wiener Schulen durchgeführt, an denen 10- bis 14-jährige SchülerInnen unterrichtet werden. Ziel ist sowohl die Verbesserung des Ernährungsverhaltens der SchülerInnen als auch des Angebots am Schulbuffet bzw. der Pausenverpflegung nach den Kriterien einer gesunden Kinderernährung.
- Bitte merken Sie vor:
Fem vital 2008 - Wiener Frauengesundheitstage
Rathaus, Eingang Lichtenfelsgasse
Samstag, 15. November und Sonntag, 16. November 2008, jeweils
von 11 bis 18 Uhr
Eintritt frei!
www.femvital.at
(Schluss) ef/baj/bk
- Elvira Franta, Bakka phil.
Mediensprecherin StRin Sandra Frauenberger
Telefon: 01 4000-81853
Mobil: 0676 8118 81853
E-Mail: elvira.franta@wien.gv.at
- Johann Baumgartner
Mediensprecher StRin Mag.a Sonja Wehsely
Telefon: 01 4000-81238
Fax: 01 4000-99-81 238
Mobil: 0676 8118 69549
E-Mail: johann.baumgartner@wien.gv.at
- Femvital -Pressestelle
B&K-Bettschart&Kofler Medien- und Kommunikationsberatung
Dr.in Birgit Kofler, Mag.a Daniela Pedross
Telefon: 01 3194378-11
Mobil: 0676-6368930
E-Mail: kofler@bkkommunikation.at
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