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Filmpremiere Wüstenblume: Frauenberger übernimmt Ehrenschutz

Utl.: Frauenberger: "Film ist wichtiger Beitrag, um FGM aus der Tabuzone zu holen"

Wien (RK). Nächste Woche läuft der Film "Wüstenblume" von Sherry Hormann in den Kinos an. Der Film erzählt die Geschichte von Top-Model Waris Dirie, die in ihrer Kindheit Opfer weiblicher Genitalverstümmelung (Female Genital Mutation, FGM) wurde. "Dieser Film rückt weibliche Genitalverstümmelung in den Vordergrund. Er ist somit ein wichtiger Beitrag, um FGM aus der Tabuzone zu holen. Ich möchte betroffene oder von FGM bedrohte Mädchen und Frauen ermutigen, Beratung in Anspruch zu nehmen. Weibliche Genitalverstümmelung ist eine schwere Körperverletzung, die in Österreich strafbar ist", so die Wiener Frauenstadträtin Sandra Frauenberger, die den Ehrenschutz für die Österreich-Premiere des Films übernommen hat.****

Der Film "Wüstenblume" zeichnet das bewegte Leben von Waris Dirie nach: Als die junge, schöne Somalierin Waris Dirie (Liya Kebede) in einem Londoner Fastfood-Restaurant von Starfotograf Terry Donaldson (Timothy Spall) entdeckt wird, feiert die internationale Modewelt begeistert die Geburt eines neuen Top-Models. Doch hinter der glamourösen Fassade verbirgt sich ein bewegendes Schicksal. Bei allem Erfolg holen Waris immer wieder die Schatten der Vergangenheit ein. Auf dem Höhepunkt ihrer Karriere erzählt sie in einem Interview von der grausamen Tradition der Frauenbeschneidung, deren Opfer sie selbst als kleines Mädchen wurde. Die Veröffentlichung löst eine Welle von Mitgefühl und Protest aus und Waris entschließt sich, ihr Leben dem Kampf gegen dieses Ritual zu widmen.

Zwtl.: Körperverletzung mit Langzeitfolgen

Weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist ein stark tabuisiertes Thema und führt neben einer Vielzahl an akuten Komplikationen auch zu massiven Langzeitfolgen. Diese reichen von sexuellen Funktionsstörungen, höherer Komplikationsrate bei Geburten, erhöhter Säuglingssterblichkeit, häufigen Infektionen im Genitalbereich und der Harnwege sowie chronischen Schädigungen der Nieren bis hin zu schweren, lebenslangen psychischen Traumen.

Genitalverstümmelung gilt daher als schwere Körperverletzung und wird in Österreich mit bis zu zehn Jahren Gefängnis bestraft - auch bei Einwilligung des Opfers. Die Tat ist auch bei Begehung im Ausland strafbar. Bestraft werden TäterInnen und HelferInnen.

Zwtl.: Was tut die Stadt Wien gegen FGM?

Die Stadt Wien hat eine Reihe von wichtigen Initiativen zum Thema FGM gestartet. So fördert die Stadt Wien (MA 17, MA 57) eine eigene FGM-Beratungsstelle, die beim Verein "FEM Süd - Institut für Frauen- und Männergesundheit" angesiedelt ist. Der niederschwellige und anonyme Zugang bei FEM Süd im Kaiser-Franz-Josef-Spital bietet gute Voraussetzungen für Aufklärungsarbeit sowie medizinische und psychosoziale Betreuung für von FGM bedrohte und betroffene Frauen und Mädchen. Die Stelle für "Gesundheitsberatung für Frauen aus von FGM betroffenen Ländern" vom FEM Süd steht darüber hinaus auch allen anderen Frauen, die Unterstützung bei gesundheitliche und psychosoziale Belange benötigen, zur Verfügung.

Eine weitere Zielgruppe der Beratungsstelle sind MultiplikatorInnen sowie ExpertInnen und VertreterInnen aus dem Communities. Vor allem ÄrztInnen, Hebammen und Krankenpflegepersonal sind eine besonders wichtige Zielgruppe, da sie häufig mit von FGM betroffenen Frauen in Kontakt kommen. Auch Betreuerinnen in Kindergärten und Schulen, Sozialeinrichtungen oder Unterkünften für AsylwerberInnen sind wichtige AnsprechpartnerInnen. Im Jahr 2008 wurde dazu auch ein spezieller Leitfaden zum Umgang mit betroffenen Mädchen und Frauen entwickelt und verteilt.

Zwtl.: Eigener FGM-Beirat in Wien

Zur Konzipierung von weiteren Projekten und Maßnahmen wurde im Herbst 2007 außerdem ein Wiener FGM-Beirat eingerichtet. Unter der Koordination der Frauengesundheitsbeauftragten der Stadt Wien, Professorin Beate Wimmer-Puchinger, setzen sich die Mitglieder aus VertreterInnen der Frauenabteilung der Stadt Wien (MA 57), der Abteilung für Integrations- und Diversitätsangelegenheiten (MA 17), ÄrztInnen sowie NGOs, darunter ein Vertreter der Waris Dirie Foundations, zusammen. "Neben Austausch und Vernetzung ist der Beirat mit der Entwicklung von Maßnahmen befasst und bringt bestehende Angebote zum Thema FGM den Communities nahe. Der Beirat soll außerdem die laufende Schulung von beratendem Fachpersonal sicher stellen, um den Betroffenen das bestmögliche Beratungsangebot zu bieten", so die Initiatorin Frauenberger.

  • Filminformation:
    Wüstenblume, Ein Film von Sherry Hormann. Mit Liya Kebede, Sally
    Hawkins, Timothy Spall, Juliet Stevenson, Craig Parkinson,
    Anthony Mackie DE/AT/FR 2009, 120 Minuten.

(Schluss)lac

Rückfragehinweis für Medien:

(RK vom 30.09.2009)

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