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Geschichte der Frauengesundheit

Die Geschichte der Frauengesundheit

 

Der Hintergrund der frauenzentrierten Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung ist auf die Frauengesundheitsbewegung in den 1970er Jahre (Diskussion über die Legalisierung des Schwangerschaftsabbruchs) zurückzuführen und auf die sozialwissenschaftliche Frauenforschung, die im Sinne einer neuen medizinkritischen Körperpolitik agiert.

 

Der gemeinsame Protest von Forschung und Praxis gegen die Medikamentalisierung des weiblichen Körpers führte zur Gründung von Frauengesundheitszentren.

In den 1980er Jahren setzte sich ein Bewusstseinsprozess in Gang, der nicht nur Frauen in der Allgemeinbevölkerung erfasste, sondern auch Frauen in Gesundheitsberufen.
Zentrale Themen sind die Kritik an der Medikamentalisierung des weiblichen Körpers, die Forderung nach frauenfreundlichen Rahmenbedingungen des Schwangerschaftsabbruchs, die Forderung nach Angeboten der sanften Geburt versus einer zunehmenden Technisierung des Geburtserlebnisses.
 
Die Etablierung der Frauengesundheit als eigenständige Größe im Gesundheitssystem hat ihren Ausgang in den USA.
Bis Anfang der 1990er Jahre wurden Frauen systematisch aus klinischen medizinischen Studien ausgeschlossen. Als Gründe wurden die Problematik einer möglichen Schwangerschaft und eine mögliche Beeinflussung der Ergebnisse durch hormonelle Veränderungen bei der Frau angegeben.
Als eine Konsequenz der Kritik an diesen Forschungsdefiziten wurde in den USA Mitte der 1980er Jahre ein offizielles Büro für Frauengesundheitsforschung, das „Office of Research on Women´s Health“, eingerichtet und „The Women´s Health Initiative“ mit einer Laufzeit von 15 Jahren.
 
In Europa kam es zur Frauengesundheitsinitiative durch eine Erklärung der WHO und das Europäisches Regionalbüro der WHO in Kopenhagen startete die Initiative „Investition in die Gesundheit von Frauen“.
 
In Deutschland wurde durch die Etablierung von fünf regionalen Forschungsverbänden Public Health auch die Frauengesundheitsforschung institutionalisiert, was zu einem Vorantreiben der gesundheitswissenschaftlichen Forschung und einem soliden Rahmen für die Frauengesundheitsforschung in der Public Health Bewegung führte.
 
In Österreich steht die Etablierung einer fundierten Public Health Forschung noch aus, ebenso findet Frauengesundheitsforschung nur punktuell statt.
 

Zentrale Themen, die das nächste Jahrzehnt der Frauengesundheit bestimmen werden, sind:

  • Die Forderung nach einer Betrachtung der natürlichen Lebensphasen der Frauen,
  • Der Umgang mit Schwangerschaft und Geburt,
  • Die Entwicklung der Reproduktionsmedizin,
  • Empfehlungen zur Mammographie und zur Hormonbehandlung,
  • Die Verschreibungspraxis von Psychopharmaka,
  • Die Über-, Unter- und Fehlversorgung von Frauen,
  • Eine Sensibilisierung für Gewalt gegen Frauen,
  • Die weitere Erhellung der Zusammenhänge zwischen sozialen Ungleichheiten, Gender und Gesundheit (-spolitik) in allen Gesellschaftsschichten,
  • Gesundheit vor dem Hintergrund frauen- und sozialpolitischer Maßnahmen im Rahmen des Gender Mainstreaming und des Diversitäts-Managements.
 

Quelle: Österreichischer Frauengesundheitsbericht, 2005

 

 

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